Seminar der AG Bildung und Wissenschaft, Sotschi, 14. Dezember 2014

Im Anschluß an ihre Sitzung am selben Tag trafen sich die Teilnehmer der AG Bildung und Wissenschaft am 14. Dezember 2014 in Sotschi zu einem Seminar, das sich mit dem Thema „Befindlichkeiten und Emotionen im Völkerrecht“ befasste.

Seminar zum Thema „Befindlichkeiten und Emotionen im Völkerrecht“
Sotschi (Russische Föderation), 14.12.2014

Leitung:
Prof. Dr. Wilfried Bergmann, Prof. Dr. Igor I. Zhukovsky

Teilnehmer:
Die Teilnehmer der Sitzung der AG „Bildung und Wissenschaft“ in Sotschi vom gleichen Tage.

Verlauf und Ergebnisse:
Unter dem Aspekt „Brauchen wir ein neues Völkerrecht?“ widmete sich die Tagung insbesondere den subjektiven Elementen des Völkerrechtes. Auf Grund der aktuellen Lage standen dabei insbesondere Fragen der rechtlichen Einordnung der „Krim-Problematik“ im Fokus.

Die einleitenden Referate der Professoren Graf Vitzthum (Heidelberg) und Salenko (Kaliningrad) bildeten eine gute Ausgangsbasis für die teilweise kontroverse Diskussion. Diese wurde durch die Beiträge zur Zeitgeschichte (Heinemann und Delov) und zur sozio-psychologischen Beurteilung (Stelzner und Skvorzov) verbreitert und mündete in interessanten interdisziplinären Betrachtungen.

Einigkeit bestand darin, dass subjektive Faktoren auch im Völkerrecht rechtlich durchaus bedeutsam sind, aber nur teilweise berücksichtigt werden, häufig auch von Machtinteressen überlagert sind. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der gesellschaftliche Wandel durch neue Formen der Kommunikation auch eine breite Beteiligung im Völkerrecht nahelege. Dieser Prozess sei nur ansatzweise in die bisherige Völkerrechtstheorie einbezogen.

Zudem bestand Einigkeit, dass zunächst das „alte“ (bisherige) Völkerrecht in seiner normativen Kraft gestärkt werden müsse. Hierzu sei weiteres wechselseitiges Kennenlernen und Kooperieren notwendig und auch hilfreich.

Deshalb müsse dieser in Sotschi begonnene Gedankenaustausch, möglichst unter Beteiligung der gleichen Gesprächspartner, fortgesetzt und gegebenenfalls durch ein Forschungsprojekt erweitert werden.

Als möglicher Termin wurde ein Treffen Anfang März 2015 in Moskau ins Auge gefasst.

gez. Bergmann gez. Zhukovsky