Sitzung der AG Kultur beim 16. Petersburger Dialog, Berlin, 23./24. November 2017

Ergebnisse der Sitzung AG Kultur beim 16. Petersburger Dialog in Berlin am 24. November 2017 zum Thema:„Deutsch-russische Kulturkooperationen und gemeinsame Initiativen zu Kulturgutverlusten im Nahen Osten“

Die Vorsitzenden der AG Kultur erklären, dass sich die Beziehungen und Kooperationen zwischen deutschen und russischen Kultureinrichtungen trotz aller politischen Fragestellungen auch in 2017 weiter intensiviert und verstärkt haben; sie werden getragen von hoher gegenseitiger Wertschätzung und großem Vertrauen in die Zusammenarbeit. Dies äußere sich auch in dem ungehinderten Zugang zu den Objekten und dem transparenten Umgang mit allen historischen Unterlagen, die auf beiden Seiten vorhanden sind.

I. Gemeinsame Initiativen zu Kulturgutverlusten im Nahen Osten

Die AG Kultur hat sich bereits 2015 dazu entschlossen, den nachfolgenden Aufruf von russischen und deutschen Museumsschaffenden zum Schutz von historischen Denkmälern im Nahen Osten zu unterstützen, der sich an den verschiedenen Initiativen der UNESCO orientiert:

„Die fortwährende Zerstörung der kulturgeschichtlichen Denkmäler im Nahen Osten, in Syrien und Jemen beunruhigt uns stark. Wir ermahnen die Kriegsparteien dazu, die zum kulturellen Erbe der Menschheit gehörenden Objekte zu schützen.

Wir fordern die Museumsschaffenden Russlands und Deutschlands auf, sich alle erdenkliche Mühe zu geben, um die außerordentliche Bedeutung dieser Denkmäler und die Notwendigkeit sie zu schützen, sowohl der Weltgemeinschaft als auch der Staatsmacht nahe zu bringen.“

Die Syrienprojekte wurden vorgestellt, in denen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz aktiv mitarbeitet.

In dem Syrian Heritage Archive Project haben syrische und deutsche Fachleute am Museum für Islamische Kunst zusammen mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und gefördert durch das Auswärtige Amt seit 2013 über 100.000 Digitalisate in ein digitales Archiv aufgenommen und georeferenziert in ein Geographisches Informationssystem eingetragen. Das Museum hat 41 Photosammlungen angelegt, ca. 50.000 Bilder werden zeitnah eingepflegt.

Besonders zu Aleppo sind alle wichtigen Forschungsmaterialien zusammengetragen, auch der syrischen, französischen, italienischen und australischen Forscher, so dass das Projekt über eine große Materialdichte verfügt. Seit diesem Jahr fördert die Gerda-Henkel-Stiftung ein Teilprojekt zu Aleppo, in dem Zerstörungen durch eine Erweiterung der Datenbank dokumentiert werden sowie ein Online-Katalog der wichtigsten Gebäude und Kurzfilme entsteht, in denen persönliche Erinnerungen mit aufgenommen werden.

Historische Beschreibungen werden in einem Online-Katalog mit lokalem Wissen verbunden, wie auch die Dokumentation der Zerstörungen. Projektteams werden Handlungsempfehlungen gegeben, damit Institutionen vor Ort diese Informationen verwenden können. Ab 2018 werden gefördert durch die Mellon-Foundation vier weitere Mitarbeiter dies zu einem partizipativen public archive mit immateriellem Kulturerbe und lokalem Wissen (Rezepte, Musik, Geschichten u. a.) erweitern. Bedarfsorientierte Aufarbeitung ist hier erforderlich, nicht nur abstrakt komplexes Wissen. Ziel ist es, die Bevölkerung von Aleppo und die internationale Gemeinschaft für das Kulturerbe Syriens und besonders Aleppos zu sensibilisieren und die Wiederaufbaumaßnahmen durch eine wissenschaftlich fundierte Informationsplattform zu unterstützen.

Konkrete Beispiele zu Zerstörungen in der Altstadt von Aleppo wurden vorgestellt, besonders eindrücklich am Beispiel der historischen Markthallen und deren Rekonstruktionsansätze seit 2016.

Die russische Seite ist vorwiegend in Palmyra zur Unterstützung aktiv und hat bei dem Internationalen Kulturforum in St. Petersburg vor wenigen Wochen ein 3D-Modell Palmyras mit den bisher ermittelten Materialien vorgestellt, die Grundlage für die spätere Rekonstruktion sein werden. Dieses Modell sei auch dem syrischen Kulturministerium übergeben worden.

Es wird vereinbart, dass die russischen und deutschen Partner, die Hilfen vor Ort in Syrien unterstützen, zu einem Arbeitstreffen im Rahmen der AG Kultur des Petersburger Dialogs zum Austausch und zur Intensivierung der Zusammenarbeit zusammenkommen.

Die Vorsitzenden der AG Kultur werden sich für die Entwicklung von Standards zur Wiederherstellung, die bei dem Wiederaufbau historischer Stätten in Syrien eingehalten werden sollen, einsetzen. Dabei ist vor allem auch die enge internationale Zusammenarbeit von erheblicher Bedeutung.

II. Deutsch-Russische Kooperationsprojekte

Die AG Kultur des Petersburger Dialogs hat die Fortschritte der nachfolgend genannten deutsch-russischen Kooperationsprojekte beraten, für die bereits 2015 die Schirmherrschaft übernommen worden ist.

Die Projektpartner haben die nachfolgenden Vorhaben gemeinsam präsentiert:

  • Eisenzeit – Europa ohne Grenzen

Nach dem Muster der bereits erfolgreich durchgeführten Ausstellungskooperationen „Merowingerzeit“ (2007) und „Bronzezeit“ (2013) soll unter Beteiligung des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, des Staatlichen Historischen Museums Moskau, des Staatlichen Puschkin-Museums Moskau und der Staatlichen Eremitage St. Petersburg eine weitere Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Eisenzeit – Europa ohne Grenzen“ in St. Petersburg und Moskau durchgeführt werden. Im Mittelpunkt der Ausstellung sollen nach bewährtem Muster Objekte mit Bezug zu kriegsbedingt verlagerten Beständen des Museums für Vor- und Frühgeschichte Berlin stehen. Das Berliner Museum wird die Ausstellung vor allem mit weiteren Leihgaben aus Mittel- und Westeuropa unterstützen, die russischen Museen auch Objekte aus Osteuropa und dem Schwarzmeerraum beisteuern. Dadurch wird erstmals die Epoche der Eisenzeit im 1. Jahrtausend v. Chr. umfassend zwischen Atlantik und dem Ural dargestellt und die Welt der Kelten, Skythen sowie anderer Völkerschaften in einer Ausstellung mit ca. 1500 Objekten vereint präsentiert.

2017 fanden zwei Treffen der Arbeitsgruppen in Berlin und St. Petersburg statt. Das Kurzkonzept ist zwischen den Partnern abgestimmt und soll im Jahr 2018 im Detail ausgearbeitet werden. Die Listen der Exponate werden voraussichtlich bis Februar erarbeitet und bis zum nächsten gemeinsamen Treffen im Mai 2018 abgeschlossen. Bereits im Dezember 2017 werden drei Restauratorinnen der Eremitage nach Berlin kommen, um sich mit den deutschen Kollegen/innen über die Methoden der Restaurierung für die Ausstellungsexponate auszutauschen. Der Kooperationsvertrag wird in Kürze von allen Partnern unterzeichnet vorliegen und den jeweiligen Regierungen zur Billigung vorgelegt werden.

  • Victoria von Calvatone

Eine weitere Kooperation ist mit der Eremitage St. Petersburg und der Antikensammlung Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vereinbart worden; die entsprechende Kooperationsvereinbarung ist unterzeichnet. Sie betrifft ein Einzelstück von besonderer Bedeutung. Die seit Kriegsende verschollene Skulptur „Victoria von Calvatone“ aus der Berliner Antikensammlung, die bis 1939 im Alten Museum auf der Museumsinsel Berlin zu sehen war, ist in Russland im Zuge wissenschaftlicher Arbeiten wieder aufgefunden worden. Die Eremitage hat ihre bisherigen Forschungsergebnisse und geplanten Maßnahmen zur Restaurierung den deutschen Kollegen vorgestellt. Ein erstes bilaterales Fachtreffen hat Anfang November 2016 in der Eremitage stattgefunden, ein weiteres im Oktober 2017. Ein Arbeitsbesuch der russischen Kollegen bei der Antikensammlung, insbesondere zum intensiven Austausch über Restaurierungsmöglichkeiten, wird Anfang Dezember 2017 erfolgen. Im Rahmen dieses Workshops werden die weiteren Schritte und Zeitabläufe der Projektzusammenarbeit erörtert. Geplant sind u. a. eine Ausstellung in St. Petersburg und ein zweisprachiger Katalog.

  • Donatello und die italienische Renaissance

Das auch bereits in der AG Kultur 2016 vorgestellte, gemeinsame Forschungs- und Ausstellungsprojekt zum Thema „Donatello und die italienische Renaissance“ zwischen der Skulpturensammlung des Bode Museums Berlin mit dem Puschkin-Museum Moskau läuft weiterhin sehr konzentriert und zufriedenstellend. Das letzte Fachtreffen hat im November 2017 in Moskau stattgefunden. Dabei konnten alle Werke in Augenschein genommen werden, die von russischer Seite für die Zusammenarbeit genehmigt wurden. Ein intensiver Austausch über Methoden und Durchführung der Restaurierung der Werke hat stattgefunden. Dies soll im Frühjahr 2018 in einem mehrtägigen Workshop in Berlin vertieft werden, wo deutsche und russische Kollegen zusammenkommen. Weitere Ziele sind die gemeinsame wissenschaftliche Bearbeitung unter Beteiligung internationaler Kollegen und eine Ausstellung zum Abschluss des Projekts im Puschkin-Museum, jedoch wohl nicht vor 2021.

  • Antike Vasen

Die Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, kooperiert mit dem Staatlichen Historischen Museum Moskau bei der Erstellung einer Dokumentation und wissenschaftlichen Bearbeitung der kriegsbedingt nach Moskau verlagerten antiken Vasen aus dem Berliner Vorkriegsbestand. Unter den 300 vollständigen und ca. 500 in Fragmenten erhaltenen Vasen sind Meisterwerke der antiken Vasenmalerei. Nach Restaurierung, Dokumentation und wissenschaftlicher Bearbeitung der Objekte sollen die Ergebnisse nicht nur in einer internationalen Konferenz und mehrsprachigen Publikation der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sondern auch eine Ausstellung durchgeführt werden.

Mit der Restaurierung erster Vasen konnte mit Mitteln der Antikensammlung noch Ende 2017 begonnen werden. Auch hier wird derzeit ein umfänglicher Drittmittelantrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vorbereitet. Ende Februar bis Anfang März 2018 ist in Berlin ein Auftakt-Workshop zur Bildung eines „Vasennetzwerkes“ vereinbart worden. An ihm werden nach gemeinsamer Auswahl 18 namentlich bekannte Spezialisten aus Russland, Deutschland, der Schweiz, der Niederlande, Belgiens und Griechenlands angehören, die auch ihre Mitwirkung zugesagt haben.

  • Archäologische Forschungen „Prussia“

Eine weitere Kooperation, die gute Fortschritte macht, besteht zwischen dem Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und dem Museum für Geschichte und Kunst Kaliningrad. Die archäologische Sammlung des Prussia-Museums im ostpreußischen Königsberg gehörte vor 1945 zu den größten und bedeutendsten Museumsbeständen des gesamten Ostseeraums. Vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil der Sammlung nach Westen evakuiert und befindet sich heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin, der andere Teil verblieb in Königsberg und liegt heute im Museum für Geschichte und Kunst Kaliningrad. Die wissenschaftliche Erschließung dieser einzigartigen Fundbestände ist daher in erster Linie eine Frage der internationalen Kooperation und der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. In Berlin werden die Bestände im Rahmen eines DFG-Projekts erfasst und wissenschaftlich bearbeitet. In Zusammenarbeit mit den russischen Kollegen konnten im Rahmen dieses DFG-Projekts in Kaliningrad ebenfalls über 1.600 kaiser- und völkerwanderungszeitliche Objekte der ehemaligen Königsberger Schausammlung digital erfasst und dokumentiert werden. Ziel ist es, diesen Bestand zumindest virtuell in einer digitalen Datenbank wieder zusammenzuführen und für die wissenschaftliche Forschung zugänglich zu machen.

Die baltischen Staaten werden ebenfalls im Projekt eingebunden sein, so erhalten z. B. Litauen und Polen auch vollen Zugriff auf alle Informationen.

  • Deutsch-Russischer Museumsdialog (DRMD) /

Deutsch-Russischer Bibliotheksdialog

Frau Dr. Kaiser-Schuster stellt die Arbeit und die Projekte des DRMD vor. Das mehrjährige, von der VW-Stiftung seit März 2012 umfangreich geförderte Projekt „Russische Museen im Krieg“, in dem die Verluste der russischen Seite exemplarisch aufgearbeitet und dargestellt wurden, ist abgeschlossen. Die Ergebnisse werden in 2018 in Buchform publiziert. Der Band wird auch auf der Buchmesse vorgestellt werden. Eine weitere Publikation ist für die Verluste der deutschen Museen in Vorbereitung. Beide Bände sind Teil einer neuen Schriftenreihe über die Ergebnisse dieses Dialogs. Ebenso ist beabsichtigt, die Ergebnisse des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialogs in dieser Reihe zu veröffentlichen. In einer Kooperationsvereinbarung mit der Rudomino-Bibliothek in Moskau ist dies schon für die Erkenntnisse für große Bibliotheksbestände mit deutsch-russischem Bezug wie der der Familie Yorck von Wartenberg geplant.

Beide Dialoge befördern und begleiten auch Rückgaben von Kulturgütern, die aufgefunden werden, zum Teil auch aus privater Hand zur Rückgabe angeboten werden. Hier ist die Kooperation mit der Russischen Botschaft in Berlin sehr hilfreich und befördert die problemlose Rückkehr solcher Bestände an die Alteigentümer.

Die Entwicklung des Deutsch-Russischen Museumsdialogs wie auch des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialogs wird sehr begrüßt. Die beiden Vorsitzenden der AG Kultur nehmen bei dem DRMD die Sprecherfunktionen für die deutsche und die russische Seite wahr. Beide Dialoge fungieren als Scharnier und sind aufgrund ihrer Organisation als NGO nicht politisch gebunden in ihrer Arbeit.

III. Einzelthemen mit Perspektive

  • Workshop Militärdiplomatie in Berlin in 2018

Das von der russischen Seite vorgeschlagene Thema „Militärdiplomatie zwischen Russland und Preußen“ soll unter Einbeziehung von Museums- und Archivmaterial in beiden Ländern auf die aktuelle Agenda der AG Kultur genommen werden. Der militärdiplomatische Aspekt – d. h., der Einsatz militärischer Potentiale zur positiven Ausgestaltung zwischenstaatlicher Beziehungen ‑ kann vielleicht Grundlage für ein innovatives Ausstellungskonzept werden. Dafür sind auf deutscher Seite wichtige Partner das Deutsche Historische Museum, das Militärhistorische Museum Dresden sowie das Bayerische Armeemuseum Ingolstadt, da in das Thema auf deutscher Seite nicht nur Preußen, sondern auch die anderen bundesstaatlichen Militärsysteme einzubeziehen sind. Auf russischer Seite kommen zunächst die Arsenal-Abteilung der Eremitage, das Artillerie-Museum und demnächst ein Garderegimenter-Museum in Betracht.

Russland, Preußen und weitere deutsche Staaten waren nach Vorläufern im 18. Jahrhundert vor allem im 19. und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt von engen dynastischen Verbindungen zwischen dem Zarenhaus und verschiedenen deutschen Fürstenhäusern, die sich auch im militärischen Bereich gespiegelt haben, z. B. bei der Vergabe von (Garde-) Regimentschef-Stellen oder Ordensverleihungen. Ein zeitweilig reger Austausch fand im Bereich der Militärmusik statt; gegebenenfalls gab es auch wechselseitige Einflüsse bei der heraldischen Entwicklung von Fahnenblättern oder in anderen Bereichen militärischer Zeichensysteme. Ebenso sind die Literatur und bildende Kunst – exemplarisch ist der große Grafikbestand in der Eremitage zu nennen – auf einschlägiges Material zu untersuchen. Dies sollte zunächst in Form eines Workshops im Frühjahr oder Sommer 2018 geschehen. Auf längere Sicht erscheint eine vielfältige Ausstellung zum Thema denkbar, die in der Eremitage und an verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt werden könnte.

Für die Koordinierung des Workshops auf russischer Seite steht Prof. Dr. Georgi Wilinbachow, stellvertretender Generaldirektor der Eremitage, zur Verfügung.

Auf deutscher Seite wird die Koordinierung bei der Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Frau Prof. Ulrike Höroldt, angefragt werden.

Der Workshop wird über Mittel des Petersburger Dialogs finanziert werden.

  • Bibliotheken

Die Erkenntnisse über eine Sammlung von Bibliotheksbeständen des DAI im Bestand der Eremitage, die kriegsbedingt verlagert dort bis heute verwahrt werden, wurden erläutert. Die Bände sind größtenteils aus dem 16. und 18. Jahrhundert in unterschiedlichen Sprachen verfasst und thematisch unterschiedlichen Bereichen zuzuordnen. Direkte Kontakte zwischen DAI und Eremitage bestehen bereits.

Die DAI-Bestände weisen viele Annotationen auf, die noch erforscht werden müssen. So solle der Bestand insgesamt digitalisiert und eine Datenbank mit allen Angaben, auch zur Provenienz, zur allgemeinen internationalen Zugänglichkeit parallel zur wissenschaftlichen Erforschung aufgebaut werden. Für die Eremitage hat dieses Projekt hohe Bedeutung. Man strebt auch einen Katalog zur Identifizierung der Bände an.

IV. Sonstiges

Es wurde auf verschiedene Jubiläen in den kommenden Jahren hingewiesen, die hoffentlich wieder zu deutsch-russischen Kooperationen führen können. Genannt wurde u. a. der 150. Geburtstag von Maxim Gorki, der in Berlin sehr bekannt und verehrt werde, wie auch der 100. Geburtstag von Alexander Solschenizyn; hierzu sei mit der Staatsbibliothek zu Berlin eine Ausstellung für 2018 im Gespräch, die schon in der Schweiz gezeigt worden sei und im Anschluss an Berlin dann auch in Russland präsentiert werden würde.

Für das Jahr 2020 sieht er Themen in den Bereichen „75 Jahre Ende des 2. Weltkrieges“, „150 Jahre Gründung von Deutschland als Staat“ und „30 Jahre Fall der Mauer“. Er könne sich vorstellen, dass für die Jahrestage in 2020 ein Kreuzjahr der Zivilgesellschaft in Deutschland und Russland entwickelt werden könnte.

Abschließend wurde die Initiative des Vereins Freunde Kants und Königsbergs vorgestellt, die sich das Gedächtnis an Immanuel Kant in Königsberg / Kaliningrad zum Ziel gesetzt hat und weitere Kooperationsansätze sucht. Der Verein arbeite zukunftsgerichtet und habe großes Interesse an der Teilhabe am aktuellen kulturellen Leben im heutigen Kaliningrad. Er widme sich auch der Unterstützung der Wirkungsorte Kants im Oblast Kaliningrad und organisieren Bildungsreisen dorthin.

V. Themen für die zukünftige Arbeit der AG Kultur

  • Russisch-Deutsche MusikAkademie

Das Projekt der Akademie Jekaterinburg wurde vorgestellt, bei dem junge Musiker zu einem Orchester zusammengebracht wurden. Dieses Orchester solle auch zukünftig gemeinsam arbeiten. Man hoffe auf Weiterförderung des Auswärtigen Amtes für das Programm. Mit Absicht seien für die Konzerte drei kleinere Orte im Ural ausgesucht und die Bevölkerung vor Ort eingeladen worden. Für das Programm sei klassische Musik ausgewählt worden, da Erfahrungen auf dem Gebiet fehlten. Über Beethovens 7. Sinfonie sei auch über Skype mit Musikern und Teilen der Gesellschaft kommuniziert worden.

Der deutsche Co-Vorsitzende begrüßt diese Initiative als Völkerverständigung im klassischen Sinne ausdrücklich.

Die AG Kultur unterstützt die MusikAkademie als eine Initiative von gesellschaftlicher Relevanz. Ihre fundamentale Ausrichtung auf die musikalisch-professionelle Jugend und deren Zukunft legt nahe, dass der kontinuierliche Austausch und die Fortdauer und Weiterentwicklung von musikthematisch gestützten Projekten notwendig sind.

Die Vorsitzenden der AG Kultur haben sich darauf verständigt, in den Jahren 2018/19 darüber hinaus verstärkt folgende Themen einzubeziehen:

  • Deutsch-Russische Kooperationen in der archäologischen Feldforschung
  • Denkmalschutzfragen in Deutschland und Russland