Sitzung der AG Gesundheit beim 16. Petersburger Dialog in Berlin, 23.-24. November 2017

Stellungnahme der Arbeitsgruppe Gesundheit nach der Sitzung vom 23. / 24. November in Berlin „Bürgerbeteiligung als Weg zur gegenseitigen Verständigung zwischen Russland und Deutschland“

Gemäß der Hauptaufgabe des Forums russischer und deutscher Bürgergesellschaften, der Entwicklung von russisch-deutschen Beziehungen eine Grundlage zu geben, zeigte sich die jüngste Tagung der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ auf dem Stand der aktuellen Diskussion.

Das Sitzungsergebnis der Tagung vom 24. November 2017 (Berlin, Deutschland) ergab:

  • Die Gesundheitsfürsorge ist anerkannt als eine der aussichtsreichsten Orientierungen der russisch-deutschen Zusammenarbeit. Die Medizin beider Länder steht vor vergleichbaren globalen Herausforderungen, daher soll die fachübergreifende Diskussion über die Methoden der effektivsten Innovationseinführung im Gesundheitsschutz fortgesetzt werden.
  • Bei der Prävention von infektiösen und nicht infektiösen Krankheiten gibt es eine Reihe von gemeinsamen Problemen, für deren Lösung es der internationalen Zusammenarbeit bedarf, insbesondere:
  1. Das Antibiotikaresistenzproblem sowie die Notwendigkeit deren Prävention, mangelnde Anwendungskontrolle des Antibiotikums, die erforderliche Kontrolle der Flora, die gegenüber modernen Antibiotika resistent ist u.a.
  2. Das Problem der Verwaltungskräfteausbildung für die Gesundheitsfürsorge und für die neue Generation Ärzte, die Notwendigkeit bei der Ausbildung von Fachleuten neue Ausbildungstechnologien anzuwenden (dazu gehören auch E-Learning, virtuelle Spiele, Hybridtechniken und künstliche Intelligenz).
  3. Das Problem der gesellschaftlichen Teilhabe an der Gesundheitsversorgung und der Lösung von Problemen des Gesundheitsschutzes, an der Schaffung einer stabilen internationalen Zusammenarbeit.

In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, dass die Arbeitsgruppe „Gesundheit“ sich in Zukunft mit dem internationalen Antibiotikaresistenzprogramm beschäftigt, zu dem die deutsche Bundesregierung einen Forschungs-Hub eingerichtet hat. Dabei geht es um systematisierte Informationen zur Einschätzung der Antibiotikaresistenzverbreitung in der Welt, um Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten; die Einführung von Standards für die epidemiologische Überwachung der antimikrobiellen Resistenz, die den Prinzipien der globalen Zusammenarbeit im diesem Bereich folgen; um einen Plan, der dem Problem der antimikrobiellen Resistenz in beiden Ländern unter Beachtung ihrer geographischen, demographischen und wirtschaftlichen Besonderheiten gerecht wird. Es besteht die Absicht, dass die AG Gesundheit des PD sich in 2019 mit dem Thema auseinandersetzt.

  • Es bestand Einigkeit, dass die Entwicklung der medizinischen und medizinisch-biologischen Ausbildung eines der wichtigsten Felder der Zusammenarbeit ist, für deutsche und russische Universitäten und Wissenschaftszentren bestehen im Bereich der modernen innovativen Ausbildungsprogramme (u. e-Learning und fachübergreifende Ausbildung) wichtige Bereiche der Kollaboration.
  • Darüber hinaus sah die Arbeitsgruppe die Notwendigkeit, dem Problem unzureichender Durchimpfungsraten größere Beachtung zu schenken als bislang, dies soll bei künftigen Zusammenkünften vertieft werden.

Die Zusammenarbeit zwischen der medizinischen Gesellschaft und den gesellschaftlichen Organisationen in der Patientenversorgung ist sehr wichtig, besonders in Fällen von seltenen Krankheiten, die teure Diagnostik und Behandlung erfordern. Eine der wichtigen Aufgaben der Arbeitsgruppe ist das Zusammenstellen von rechtlichen Dokumenten und Initiativen um einen wissenschaftlichen und medizinischen Austausch zwischen Russland und Deutschland zu ermöglichen.

Dafür sollen die Veranstaltungen in einem größeren Rahmen stattfinden, so dass auch weitere Fachleute an der Bearbeitung der Probleme teilhaben können.

Im Großen und Ganzen betonen die Mitglieder der Arbeitsgruppe und die eingeladenen Experten das hohe Niveau der Vorträge und Diskussionen und deren gute Ergebnisse. Mit Freude wird festgestellt, dass sich die Aktivitäten der Arbeitsgruppe 2017 verstärkt haben. Für das Jahr 2018 wird angestrebt, die Arbeitsgebiete medizinische Rehabilitation, Impfen, Infektionsbekämpfung sowie die Entwicklung von neuen Ausbildungsprojekten zu erschließen.